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Strategische Fenstersanierung im institutionellen Immobilienbestand

  • Thomas Braun
  • 9. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Für Asset- und Property-Manager, die Immobilienportfolios für Versicherungen, Versorgungswerke oder Pensionskassen verantworten, ist die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden längst kein rein technisches Thema mehr. Sie ist eine strategische Investitionsentscheidung, die direkten Einfluss auf Performance, ESG-Konformität, CO₂-Kosten und langfristige Wertstabilität hat.


Ein zentraler Hebel in diesem Kontext ist die Gebäudehülle – insbesondere die energetische Qualität der Fenster.


Infografik zur Erklärung des U-Werts von Fenstern: Darstellung von Uw-, Uf- und Ug-Wert, Zusammenspiel von Rahmen und Verglasung sowie Standardfenstergrößen nach DIN EN 14351-1 zur energetischen Bewertung.

Warum der U-Wert über Förderfähigkeit und Investitionsbudget entscheidet


In der professionellen Portfoliosteuerung ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) eine der entscheidenden Kennzahlen. Er bestimmt nicht nur den energetischen Standard eines Gebäudes, sondern ist auch maßgeblich für Förderfähigkeit.


Für fundierte Investitionsentscheidungen ist es wichtig, die relevanten Kennwerte korrekt einzuordnen:


  • Uw-Wert (Window): Gesamtwärmedurchgangskoeffizient des Fensters. Dieser Wert ist ausschlaggebend für die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen (GEG) sowie der Förderbedingungen.

  • Uf-Wert (Frame) und Ug-Wert (Glazing): Teilkennwerte für Rahmen und Verglasung, die Rückschlüsse auf die konstruktive Qualität zulassen.

  • Standardisierte Bewertung: In großen Immobilienportfolios können normierte Referenzwerte (z. B. nach DIN EN 14351-1) genutzt werden, um Sanierungsoptionen effizient vergleichbar zu machen, ohne jedes Einzelfenster individuell berechnen zu müssen.


Gerade im Förderkontext ist diese Differenzierung essenziell, da Abweichungen über die Förderfähigkeit entscheiden.


Gesetzliche Mindeststandards versus langfristige Investitionsstrategie


Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert für neue Fenster einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K). Für institutionelle Investoren mit langfristigem Anlagehorizont ist dieser Mindeststandard jedoch häufig nicht ausreichend.


In der Praxis zeigt sich, dass ambitioniertere Zielwerte – etwa Passivhaus-Niveau mit Uw ≤ 0,8 W/(m²K) – deutliche Vorteile bieten:


  • nachhaltige Reduzierung von Heiz- und CO₂-Kosten,

  • bessere ESG-Kennzahlen,

  • höhere Attraktivität und Vermietbarkeit der Flächen.


Zudem eröffnen höhere energetische Standards häufig erst den Zugang zu attraktiven Förderprogrammen für Nichtwohngebäude.


Typische Fallstricke bei der Fenstersanierung im Bestand


Bei komplexen Bestandsobjekten reicht es nicht aus, einzelne Bauteile isoliert zu betrachten. Aus der Förder- und Umsetzungspraxis ergeben sich regelmäßig kritische Punkte:


1. Kondensations- und Schimmelrisiken


Werden hochwärmedämmende Fenster eingebaut, ohne die energetische Qualität der angrenzenden Bauteile zu berücksichtigen, kann sich der Taupunkt in die Bestandswände verlagern. Die Folge sind Feuchteschäden und Schimmelbildung – ein erhebliches Risiko für Gebäudesubstanz und Betrieb.


2. Fehlende oder unzureichende Lüftungskonzepte


Moderne Fenster sind hochdicht. Ohne ein angepasstes Lüftungskonzept – sei es organisatorisch (Stoßlüftung) oder technisch (mechanische Systeme) – steigt die Feuchtebelastung im Gebäude deutlich an.


3. Sommerlicher Wärmeschutz als Performance-Faktor


Neben dem U-Wert spielt der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) eine zentrale Rolle. Insbesondere bei großen Glasflächen kann ein ungünstiger g-Wert zu hohen solaren Einträgen und steigenden Kühlkosten führen – mit negativen Auswirkungen auf die Gesamtenergieeffizienz des Objekts.


Förderstrategien sichern Investitions- und Planungssicherheit


Um Fördermittel optimal zu nutzen und Risiken zu vermeiden, sollte eine Fenstersanierung immer als integraler Bestandteil einer Gesamtstrategie betrachtet werden. Moderne Wärmeschutzverglasungen mit Edelgasfüllungen (Argon oder Krypton) und Beschichtungen zur Reduzierung von Wärmestrahlung sind heute in vielen Förderprogrammen faktisch Voraussetzung.


Aus unserer Erfahrung im institutionellen Bestand zeigt sich: Fehlende Abstimmung zwischen Technik, Bauphysik und Förderlogik führt häufig zu unnötigen Förderverlusten oder nachträglichen Anpassungen mit erheblichem Kostenaufwand.


Fazit für Asset- und Property-Manager


Eine erfolgreiche Fenstersanierung im Bestand basiert nicht allein auf niedrigen U-Werten. Entscheidend ist die präzise Abstimmung von U-Wert, g-Wert, baulichem Kontext und Förderanforderungen.


Wer diese Parameter frühzeitig in die Budget- und Investitionsplanung integriert, sichert nicht nur Fördermittel, sondern auch die langfristige Rentabilität und Betriebssicherheit komplexer Immobilienportfolios.


Fördermittel nutzen. Projekte realisieren.


Eine fundierte Förderstrategie macht den Unterschied zwischen reiner Sanierung und nachhaltiger Performance-Optimierung.


Kontaktieren Sie uns: +49 156 78 201348


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